Im Kirchenjahr

Durch die Epiphaniaszeit gehen

Ich finde einen Ort für eine stille Auszeit. Ich halte inne, spreche ein Gebet: 

Immerfort empfange ich mich aus deiner Hand.

Das ist meine Wahrheit und meine Freude.

Immerfort blickt dein Auge mich an und ich lebe aus deinem Blick,

du mein Schöpfer und mein Heil.

Lehre mich, in der Stille deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen,

dass ich bin.

Und dass ich bin durch dich,

und vor dir,

und für dich.                                               Romano Guardini

 

Biblischer Impuls

Bei Wanderungen ist es schön, wenn es einen Ringweg gibt, Start und Ziel sind gleich. Beim Pilgern gibt es einen (Sehnsuchts-) ort auf den sich der Pilger hinbewegt. Die Weisen aus fernen Landen waren wie auf einer Expedition ins Ungewisse. Am Ende fanden sie das göttliche Kind. Nun wäre es doch bequem, auf demselben Weg zurück zu gehen in ihre Heimat. Doch

"Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land." (Mt 2,12)

Anregungen für eine persönliche Betrachtung:

Liedvers:

Stern über Bethlehem, kehr`n wir zurück,/steht noch dein heller Schein in unserm Blick,/und was uns froh gemacht, teilen wir aus,/Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.     ( eEG 1,4)

Gebet:

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. (Dietrich Bonhoeffer)

 

 

Biblische Frauen auf dem Weg zur Krippe

 Bereit werden 

Wenn ich dich anrufe, Gott,

so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. (Ps 138,3)

Aufatmen will ich und mich erinnern:

Ich bin geliebt. Ich bin wertvoll. Ich bin heilig.

Für einen kleinen Augenblick hole ich Atem in meinem Alltag.

Du wirst mich mit deinem Geist erfüllen.

Wenn ich dich anrufe, Gott, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.

 

 "Eine Hirtin"

Auf den Text hören

 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. (Lk 2,9)

 

Impulse zum persönlichen Betrachten

 

Liedvers:

Brich an, du schönes Morgenlicht!/ Das ist der alte Morgen nicht,/der täglich wiederkehret. Es ist ein Leuchten aus der Fern`, es ist ein Schimmer, ist ein Stern,/ von dem ich längst gehöret. (Max von Schenkendorf)

 Gebet

Meine Gedanken und inneren Bewegungen bringe ich vor Gott.

Mit einem Vaterunser kann ich meine Stille Zeit beschließen.

  

Impuls "Hanna"

Auf den Text hören:

Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser. Sie war hochbetagt. Nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie 7 Jahre mit einem Mann gelebt und war nun eine Witwe von 84 Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Lk 2,36-38

 

Impulse zum persönlichen Betrachten

 

Lied:

Das Volk, das noch im Finstern wandelt/ - bald sieht es Licht,  ein großes Licht. / Heb in den Himmel dein Gesicht/ und steh und lausche, weil Gott handelt.

Dann stehen Mensch und Mensch zusammen/ vor eines Herren Angesicht,/ und alle, alle schaun ins Licht,/ und er kennt jedermann mit Namen.                          Jürgen Henkys EG 20,1.8

 Gebet

Meine Gedanken und inneren Bewegungen bringe ich vor Gott.

Mit einem Vaterunser kann ich meine Stille Zeit beschließen.

 

Anette Bärisch. Haus der Stille Grumbach. Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

 


 

Die Corona-Zeit ins Gebet nehmen

Anregung für eine Stille Zeit nach der Weise des „Gebets der liebenden Aufmerksamkeit“

 Einführung: Aus der Ignatianischen Tradition kennen wir das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit als eine Anregung auf den zurückliegenden Tag zu schauen. Die folgende Anleitung zu einem betrachtenden Gebet nimmt diese Gebetsweise auf für eine betende Rückschau auf die Corona-Zeit. Es ist möglich, dieses Gebet in eine oder möglichst mehrere Gebetszeiten mitzunehmen. Oder es wird in einem Hauskreis, in einer Gruppe, einem Gebetskreis miteinander gebetet, vielleicht auch in einer Kirche, einem Raum der Stille ausgelegt. Es ist keine Anleitung zum „Abarbeiten“. Beten heißt im Gespräch sein mit Gott. Vielleicht will nur ein Satz, eine Frage angeschaut und bewegt werden. Vielleicht steigt noch ganz anderes auf.

Gut wäre es, wenn nach der stillen Zeit Gedanken und Bilder noch weiter Ausdruck finden können. Siehe dazu die Anregungen am Schluss.


Ort und Rahmen finden

Ich sorge dafür, dass ich nicht gestört werde. Ich suche meine Gebetshaltung. Wie möchte ich sitzen, knien, stehen? Vielleicht möchte ich auch einen Gang nach draußen machen.

Eine Kerze entzünden  – zur Ruhe kommen – eine Verneigung - …


Ein Gebet sprechen:

Hier bin ich Gott, so wie ich bin –

Mit meiner Sehnsucht, meiner Hoffnung,

meiner Freude, meinem Ärger, meiner Müdigkeit,

meinen Ängsten und Zweifeln,

meinem Ärger und meiner Trauer…

Hilf mir zu sehen, was du mir zeigen möchtest,

zu spüren, dass du mit mir gehst und bei mir bleibst.

So bin ich jetzt vor dir. Amen.

 

Impulse zur Betrachtung auswählen:

Ich gehe mit meinen Gedanken zurück zu den vergangenen Monaten.  

Ich nehme mir für meine Rückschau Zeit.

 

 

Alles, was in mir aufsteigt, bringe ich vor Gott. Ich bitte ihn, dass er alles mit seinem gnädigen Blick anschaut.

 

 

Und ich bringe ihm alles, was mich noch belastet, worüber ich keine Ruhe finde.

Wo wiederholt sich eine Klage, ein Zweifel?

Wo braucht es Versöhnung?

Auch das halte ich Gott  im Gebet hin.

 

 

Ich beschließe diese Gebetszeit mit:

Lied: Meine engen Grenzen… eEG 12

oder: Du verwandelst meine Trauer in Freude...  SvH 95

 

Abschluss -  Gebet

Danke mein Gott,

dass ich schutzlos sein darf vor dir.

Du kennst die unzähligen Risse in meiner Seele.

Du umarmst mich.

Bei dir ist Bergung und Trost.

Du öffnest mir die Augen

Für das Heilsame, das Ermutigende, das Stärkende.

Aus „Sein, die ich bin“, Antje Sabine Naegeli in „Umarme mich –Gebete voller Hoffnung“

 

 Vaterunser

 

Segen:

Segnen möge uns Gott und uns beschützen.

Aufleuchten lassen möge Gott das göttliche Angesicht für uns und uns gnädig sein.

Wenden möge Gott das göttliche Angesicht zu uns und uns umgeben mit Frieden. Amen

                        


 

Mein Erinnern und Betrachten kann ich

 

Anette Bärisch, Haus der Stille Grumbach.
Retraitenarbeitskreis der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens