Haus der Stille Grumbach – Angebote – Freundestag

Das 20jährige Jubiläum unseres Hauses und das diesjährige Freundestreffen sind Geschichte. Mit einem kleinen persönlichen Rückblick möchte ich meinen Dank zum Ausdruck bringen an alle, die den Tage mit vorbereitet, ihn mit geplant oder mitgestaltet oder mitgefeiert bzw. das Anliegen im Gebet vor Gott gebracht haben!

Es begann mit dem Gottesdienst in der gut gefüllten Grumbacher Kirche. Unser Landesbischof hat in seiner Predigt Worte zum Anliegen und zur Arbeit in unserem Haus gefunden, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden. Als ich ihm das sagte, antwortete er mir sinngemäß: Das Haus der Stille ist mir ein Herzensanliegen. Das war im Gottesdienst und bei der Baumwidmung im Anschluss spürbar. 

Mehrfach wurde ich im Laufe des Tages auch auf den Chorgesang im Gottesdienst angesprochen. Der Kirchenchor des Kirchspiels Wilsdruffer Land unter der Leitung von Kantorin Andrea Klose trug u.a. Ausschnitte aus der Luther-Messe von Thomas Nüdling (geb. 1976) vor. Der volle und warme Klang verlieh dem Gottesdienst zusätzlichen Glanz.

Das Grußwort von OKR Frank del Chin hat die Bedeutung unseres Hauses noch einmal unterstrichen. Das Grußwort von Manfred Gerland (Vorsitzender der AG Evangelischer Einkehrtage) hat den Blick geweitet auf die Situation in Deutschland und betont, dass es nicht überall so gut um die Einkehrhäuser steht, wie er es in Grumbach wahrnimmt.

Die verschiedenen Suppen zum Mittagsimbiss kamen sehr gut an und das herrliche Wetter ließ die meisten Gäste schattige Plätze im Garten aufsuchen.

Danach ging es wieder in die Kirche und Matthias Jacob gab P. Wilfried Dettling aus dem Haus HohenEichen das Wort. Er sprach zunächst über die guten und lange gewachsenen ökumenischen Beziehungen zwischen unseren Häusern, die auf soliden Füßen stehen und gewiss weitergeführt und vertieft werden. Dann brachte er uns sehr kenntnisreich das Verhältnis von Üben und Gnade bei Ignatius von Loyola nahe. Das Wortspiel von Üben und Gnade (Ignatius) und Gnade und Üben (Luther) war bewusst gewählt. Aber schon der Vortrag von P. Dettling machte deutlich, dass hier in der jeweiligen Betonung eben auch historisch bedingte Klischees mitschwingen. So wie Ignatius klar war, dass ohne Gottes vorauslaufende Gnade alles Üben kein Heil wirkt, so wurde durch meinen anschließenden Vortrag über Martin Luther deutlich, dass ohne Üben kein geistliches Leben wachsen kann. In Murmelgruppen haben wir uns im Anschluss an die Vorträge untereinander ausgetauscht und die Möglichkeit zu Rückfragen an die Referenten beendete diesen Programmpunkt.

Die Gespräche gingen bei Kaffee und wunderbarem selbst gebackenen Kuchen (viele haben dazu beigetragen!) weiter. Mir wurde klar, Ignatius und Luther sind uns in den vergangenen zwei Stunden nähergekommen und wir können davon Impulse mit in unseren Alltag nehmen.

Schließlich lud der Posaunenchor des hiesigen Kirchspiels und der Kirchgemeinde Weißtropp zur Serenade ein. Zu Beginn sprach Pfarrer i.R. Christian Schreier, Gründungsleiter unseres Hauses, ein Grußwort. Er erinnerte an die Anfänge der Einkehrarbeit, die viel weiter zurückreichen, als es das Gründungsjahr 1997 vermuten lässt. Und er brachte seine Sorge zum Ausdruck, dass im "Sonntag" zu etwaigen Kürzungen bei Werken und Einrichtungen im Hinblick auf das Jahr 2040 auch der Name "Haus der Stille" zu lesen war (in dieser Aufstellung finden sich ausnahmslos alle Werke und Einrichtungen). Nach dem Grußwort führte Solo-Posaunist Jürgen Kamjunke, der den Posaunenchor leitet, durch ein abwechslungsreiches Programm, das von Bach über Mozart bis zu Komponisten der Gegenwart reichte. Als gegen Ende "What a wonderful world" erklang, konnten wohl viele im Herzen dazu "Ja" sagen. Die Welt ist voller Wunder und der Festtag war es auf seine Weise auch. Die Schola, die zum Abschluss die Vesper als Abendgebet erklingen ließ, rahmte den Posaunenchor ein und beim Gemeindelied "Bleib bei mir Herr" (EG 488) griffen die Bläser noch einmal zu den Instrumenten.

Mein kleiner Rückblick musste sich auf einige wenige Akzente beschränken. Viele haben zum Gelingen des Festes beigetragen - natürlich auch die beiden Mitarbeiterinnen in der Hauswirtschaft Annett Schucknecht und Margit Harnasch. Ohne ihren Einsatz - lange schon im Vorfeld - wäre das Fest so gar nicht möglich gewesen.

In diesem Zusammenhang danke ich nun aber auch sehr herzlich allen Schwestern und Brüdern im Beirat und im Retraitenarbeitskreis. Viele aus den genannten Gremien haben sich im Vorfeld und am Tag selbst sehr engagiert, um in den verschiedenen Bereichen zum Gelingen beizutragen. Extra erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang den immerwährenden Kalender zu den 12 Zimmernamen im Haus der Stille. Hier haben viele in mühevoller Recherche, Texterstellung und Bildauswahl mitgewirkt - allen voran Matthias Jacob, bei dem die gesamte Koordination zusammenlief und der auch das Layout übernahm.

Ich denke mit Freude im Herzen an diesen Tag zurück und danke allen herzlich, die - auf welche Weise auch immer - mit dazu beigetragen haben.

Thomas Schönfuß

Bilder: Andreas Götze, Samuel Nanasi

Das Freundestreffen des Hauses der Stille Grumbach bietet die Möglichkeit, mehr über das Haus der Stille und dessen Anliegen zu erfahren, das Haus und seinen  Leiter kennenzulernen sowie andere Freunde des Hauses zu treffen.
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Haus der Stille Grumbach in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, Pfarrer Thomas Schönfuß
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